Von der Universität in die Arbeitswelt
 Eine Frau steht mit einer Aktentasche auf einem Sprungbrett und zögert zu springen.

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 20.06.2019

Der Sprung von der Universität in die Arbeitswelt – beschrieben von unserer Mitarbeiterin und ehemaligen Praktikantin Manon.

 

Nach vier Jahren in den Hörsälen der Universität Genf, nachdem ich Texte auf ihre kleinsten Details untersucht, Wörterbücher durchforscht und versucht hatte, einen besseren Durchblick in den Bereichen Wirtschaft und Recht zu erhalten, fühlte ich mich bereit für den ganz grossen Satz: den Sprung in die Arbeitswelt. So bin ich für ein sechsmonatiges Praktikum beim Team von GLOBAL TRANSLATIONS gelandet. Ende, Aus des schönen Studentenlebens, in dem ich um 10 Uhr morgens für den ersten Kurs aufstehen konnte! Keine vagen Übersetzungen mehr im Wissen, dass der Dozent die Lösung auf dem Silbertablett präsentieren wird! Keine Kaffeepausen oder Social Media mehr, die davon ablenken, wenn ich über eine Redewendung stolperte … Ende, Aus, aber auch für Aufgaben, die weder Hand noch Fuss haben, übersetzungswissenschaftliche Theorien und die geteilten Meinungen darüber! Platz dem Nützlichen, dem Learning by doing und kompetentem Rat!

 

Eine sanfte Landung

Trotz aller Schwierigkeiten, die einen zwischen der akademischen und der professionellen Welt erwarten, war die Landung sanft. Das GT-Team hat mich mit viel Geduld und offenen Ohren empfangen. Der grösste Fortschritt war zweifellos der Wechsel vom Übersetzen ohne Hilfsprogramm hin zum Computer assistierten Übersetzen. Auch wenn mir das Übersetzen mit SDL Trados bereits etwas vertraut war, hatte ich noch nie wirklich Aufträge damit erledigt. Die Arbeit mit SDL Trados erleichtert Übersetzerinnen und Übersetzern das Leben, daran besteht kein Zweifel. Mithilfe des Programms kann nicht nur die Terminologie aus bereits gemachten Übersetzungen wiederverwendet werden, sondern es bildet einen auch, so meine ich, weil die Inspiration für Lösungen gefördert wird, an die eine unerfahrene Übersetzerin wie ich nicht unbedingt gedacht hätte.

 

Arbeitswelt heisst auch …

… visueller Komfort

Der Wechsel von der akademischen in die berufliche Welt geht auch mit dem Luxus einher, neu auf zwei Bildschirmen gleichzeitig zu arbeiten. Im Zweiminuten-Takt von der Übersetzung hin zum Browser wechseln oder die Fenster minimieren, um alles auf seinen 13-Zoll-Bildschirm zu bringen: Das ist jetzt vorbei!

 

… aussergewöhnliche Kolleginnen

Man könnte meinen, dass das universitäre Damoklesschwert – die Noten – verantwortlich dafür ist, dass Studierende ans Limit gehen und Perfektion anstreben. In Wirklichkeit gibt es aber viel Bedrohlicheres: Revisorinnen und Revisoren. Mit Luchsaugen auf der Lauer nach jedem fehlenden geschützten Leerzeichen, einen Korrekturstift in der Hand, jederzeit bereit eine – natürlich – perfekte Formulierung durchzusetzen und ein Elefantengedächtnis, damit keine Kundeninstruktion untergeht … So wenigstens wurden sie von unseren Dozierenden beschrieben: „Passt auf, denn zu viele Flüchtigkeitsfehler und schon haben euch die Revisoren im Fadenkreuz!“ Doch nichts von alldem erwartete mich in Lattrigen. Dort habe ich liebenswerte Kolleginnen vorgefunden, die eher bereit waren, mir zu helfen als mich ins Unglück zu stürzen, jederzeit bereit mir Auskunft zu geben und mich zu ermutigen.

 

… ewiges Entdecken

Was für ein reiches Universum, die Berufswelt. Nach sechs Monaten in einer professionellen Agentur habe ich die unbegrenzte Vielfalt der Sachgebiete dieser Welt entdeckt, die technische und präzise Übersetzungen brauchen. Ich konnte mich mit so vielen verschiedenen Themen vertraut machen, durchwegs komische Wörter lernen (die auch tatsächlich existieren!) und vor allem begreifen, dass ein ganzes Leben zur Entdeckung dieser Welt nicht ausreichen wird.

 

Autorinnen: Manon Brügger, Myriam Cavegn

 

 

 
Loading

0 von 0 Kommentaren

Kommentar schreiben