Tschüss, Fehler – effektives Korrekturlesen
 Foto mit Tipp-Ex, roter Farbe und rotem Kugelschreiber

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 16.05.2019

Hinter Texten stehen Menschen. Und wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Dennoch kommen fehlerfreie Texte besser an als Fehlerwüsten.

 

Auch wenn das Bild vielleicht nicht objektiv ist – Texte ohne grosse Makel verschaffen der Verfasserin oder dem Verfasser in der Regel Vorteile. Sie erwecken einen seriösen Eindruck und zeugen von Sorgfalt und einem gewissen Bildungslevel. Ganz zu schweigen davon, dass es zugegeben einfach mehr Spass macht, fehlerfreie Texte zu lesen.

 

Fehlerfreie Texte sind also erstrebenswert. Doch wie kriegen wir sie hin?

Ein Patentrezept können wir Ihnen leider nicht liefern. Näher bringen möchten wir Ihnen jedoch ein gutes Instrument zur Eliminierung von Fehlern: das Korrekturlesen. Es ist nach dem sorgfältigen Schreiben mit Fokus auf Themen wie Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung sicher der wesentlichste Schritt auf dem Weg zu einem fehlerfreien Text.

Was ist Korrekturlesen?

Heutiges Korrekturlesen bedeutet die Überprüfung eines Textes auf Fehler. Es geht also um die Feinarbeit nach dem Schreiben, mit der Sie Schritt für Schritt gewisse Punkte überprüfen und so alle möglichen Patzer eliminieren.

Tipps für gutes Korrekturlesen

Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Tricks für ein effizientes Korrekturlesen:

 

1. Autokorrektur

 

Die Rechtschreibeprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms ist äusserst hilfreich. Einiges wird automatisch angepasst, Fehler werden sichtbar gemacht. Lassen Sie das Programm bereits beim Schreiben laufen und eliminieren Sie damit schon im Vorfeld Fehler. Verlassen Sie sich jedoch nie nur auf die Rechtschreibeprüfung. Manchmal sind Autokorrekturen auch fehlerhaft oder Korrekturvorschläge unbrauchbar.

 

2. Distanz

 

Beginnen Sie mit dem Korrekturlesen immer erst dann, wenn der Text in Ihren Augen wirklich fertig ist. Am besten lassen Sie einen Text nach dessen Fertigstellung etwas liegen. Sie erzeugen damit die nötige Distanz und lesen das Geschriebene genauer, da es Ihnen mit etwas Abstand weniger vertraut ist.

 

3. Ausdruck

 

Lesen Sie ein fertiges Werk wenn möglich auf Papier. Ihr Auge arbeitet anders als auf dem Bildschirm. Gerne können Sie auch die Schriftart ändern, bevor Sie einen Text ausdrucken. Dieser Schritt hilft, einen Text mit anderen Augen zu sehen und somit gründlicher zu lesen.

 

4. Aufmerksamkeit

 

Seien Sie beim Korrekturlesen besonders aufmerksam. Gesteigerte Aufmerksamkeit bedeutet hierbei immer reduziertes Tempo. Wenn Sie einen Text nur überfliegen, werden Ihnen keine Fehler auffallen. Lesen Sie einen fertigen Text somit extrem langsam und betonen Sie bewusst jedes Wort. Noch effizienter ist, wenn Sie sich den Text laut vorlesen. Auf diese Art können Sie Ihr Geschriebenes unmöglich nur überfliegen. Ein weiterer Trick, um das Überfliegen zu vermeiden, ist das Abdecken des Textes jeweils immer nach jenem Wort, das Sie lesen. Ihr ungeduldiges Unterbewusstsein kann nicht vorauseilen, und so schenken Sie jedem Wort die nötige Aufmerksamkeit.

 

5. Anpassen

 

Wenn Sie einen Fehler finden, denken Sie daran, dieselbe Korrektur allenfalls auch an anderen Orten im Text vorzunehmen. Mit der Tastenkombination CTRL + F können Sie nach bestimmten Wörtern suchen, um so fehlerhafte Textstellen leichter aufzuspüren. Entdecken Sie in Ihrem Text zum Beispiel ein „sie“ anstelle von „Sie“, suchen Sie somit am besten nach SIE im ganzen Text, um sicherzugehen, dass Sie alle Fehler eliminiert haben.

 

6. Fehlerlisten

 

Erstellen Sie – falls nötig – Ihre ganz persönliche Fehlerliste. Sie notieren darauf Fehler, die sich bei Ihnen immer wieder einschleichen. Mit CTRL + F können Sie immer wieder bewusst nach den Punkten auf Ihrer Liste suchen.

 

7. Wiederholung

 

Wenn Sie genügend Zeit haben, ist es sehr wirkungsvoll, einen Text mehrmals zu lesen. Es kann auch hilfreich sein, Ihren Text jeweils mit Fokus auf eine spezifische Fehlerquelle zu lesen. Wichtig in diesem Kontext ist erneut die nötige zeitliche Distanz zwischen den einzelnen Korrekturdurchläufen.

 

8. 4-Augen-Prinzip

 

Lassen Sie wichtige Texte wenn immer möglich noch zusätzlich von einer weiteren Person überprüfen. Vier Augen finden immer mehr Fehler als nur zwei.

 

Nun wünschen wir Ihnen für Ihre Fehlersuche viel Energie. Betrachten Sie das Ganze ein bisschen als Spiel. Und wer weiss – vielleicht haben Sie plötzlich sogar etwas Spass an der Fehlerjagd?!

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

 

 

 

 
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