DIE SPRACHFESTE FEIERN, WIE SIE FALLEN

Weltweit werden derzeit zwischen 6000 und 7000 Sprachen gesprochen. In unserer vernetzten Welt spielen Mehrsprachigkeit, Fremdsprachenkenntnisse und das Übersetzen eine immer zentralere Rolle, die im September bei uns, in Europa und weltweit gleich dreimal gefeiert wird.

Der Reihe nach: Auf Initiative des Europarats in Strassburg wird seit 2001 jedes Jahr am 26. September der Europäische Tag der Sprachen gefeiert – zusammen mit der Europäischen Kommission. Ausgangspunkt sind die über 200 Sprachen, die in Europa benutzt werden. Dieser Sprachenreichtum ist eine wichtige Ressource, die es anzuerkennen, zu nutzen und zu pflegen gilt. 
 
Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen
Ziel des Aktionstages ist es, das Interesse von Millionen von Menschen in den 45 beteiligten Ländern zu wecken. Mit verschiedenen Aktivitäten und einer witzigen Website mit zahlreichen Fakten, Wissenswertem, Sprachtests und Zungenbrechern wird die sprachliche Vielfalt in Europa gefeiert und das Sprachenlernen gefördert. In Anbetracht der unzähligen Möglichkeiten, in einem europäischen Land zu arbeiten oder zu studieren, soll niemand wegen mangelnder Sprachkenntnisse davon abgehalten werden, diese Chance zu nutzen.
 
Austausch und Verständnis zwischen Mitarbeitenden verschiedener Sprachgemeinschaften fördern
Auch in der Schweiz will man die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst machen und auf den Nutzen von Mehrsprachigkeit hinweisen. Zahlreiche Kantone feiern ebenfalls am 26. September ihren „Tag der Zweisprachigkeit". Auf Initiative von Helvetia Latina und mit Unterstützung von Bundespräsident Ueli Maurer begehen Bundesverwaltung und Bundesparlament zum ersten Mal einen „Tag der Mehrsprachigkeit". Konkret soll die normalerweise dominierende deutsche Sprache zur Minderheitssprache werden – und die lateinischen Sprachen zur Sprachen der Mehrheit.
 
In Sachen Mehrsprachigkeit freiwillig einen Schritt weitergehen
So sind Mitarbeitende der Bundesverwaltung eingeladen, sich mündlich und schriftlich in einer Amtssprache des Bundes auszudrücken, die nicht ihre eigene ist – mit Ausnahme der italienisch- und rätoromanisch­sprachigen Mitarbeitenden, die für einmal in ihrer Muttersprache kommunizieren können. Die Ratsmitglieder des Bundesparlaments beteiligen sich, indem sie ihre Voten in einer anderen Sprache als ihrer eigenen halten: die Deutschschweizer in einer lateinischen Sprache, die lateinischen Vertreter in einer anderen lateinischen Sprache oder auf Deutsch. Mehr dazu auf der Website von Helvetia-Latina.
 
Internationaler Tag des Übersetzens
Am 30. September – dem sogenannten Hieronymustag – werden Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen gewürdigt, die massgeblich zur Verständigung zwischen den Nationen und zum Weltfrieden beitragen. Der Internationale Übersetzertag (engl.: International Translation Day und franz. Journée mondiale de la traduction) wurde 1991 von der International Federation of Translators (FIT) initiiert, um Solidarität innerhalb der internationalen Übersetzergemeinschaft zu zeigen und um den Beruf des Übersetzers in möglichst vielen Ländern der Welt zu fördern (Quelle: Wikipedia).
 
Kirchenvater Hieronymus
Die FIT entschied sich für den 30. September, zum Gedenken an den Namens- bzw. Todestag des Heiligen Hieronymus (347 – 420 n.Chr.), Kirchenvater und Schutzpatron der Übersetzer. Er übertrug das Alte und das Neue Testament aus dem Hebräischen bzw. Griechischen ins gesprochene Latein, die sog. Vulgata. Als äusserst produktiver Autor und Übersetzer verfasste er zahlreiche Kommentare zu biblischen Schriften und theologischen Kontroversen, editierte eine Landeskunde Palästinas und hinterliess der Nachwelt zahlreiche weitere Übersetzungen theologischer Schriften.
Zurück