So überzeugen Sie Ihr Publikum

Der gedruckte Geschäftsbericht wird vorgestellt – egal ob Aktionären, Geschäftspartnern oder Mitarbeitenden: Es gilt, mit der Präsentation zu überzeugen und Vertrauen zu schaffen. Tipps & Tricks für eine gute Rede.

„Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinanderliegen", schrieb einst der amerikanische Schriftsteller Mark Twain und traf damit den Nagel auf den Kopf. Jeder von uns kennt die Situation, in der sich Redner nicht an die Vorgaben halten, weder zeitlich noch inhaltlich. Gerade bei ungeübten Referenten passiert es leider immer wieder, dass Aufbau, Botschaften, Zielgruppe und Vortragstechnik nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Mit dem Resultat, dass viel Aufwand mit wenig bis gar keinem Effekt betrieben wird. Eine frustrierende Situation für den Redner wie für sein Publikum, egal ob es aus 30 oder 150 Personen besteht.  
 

Was will ich als Redner sagen?

Fangen Sie mit den Kernbotschaften Ihrer Präsentation an: Was soll das Publikum am Ende Ihrer Rede für einen Eindruck oder für eine Erkenntnis haben? Woran sollen sich die Zuhörer und Zuhörerinnen erinnern? Versuchen Sie, diese Botschaften in einem einzigen prägnanten Satz zu formulieren: „Firma XY blickt trotz anspruchsvollem Umfeld auf ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr zurück". Formulieren Sie diesen Gedanken wie eine Medienschlagzeile oder wie eine Twitter-Nachricht mit maximal 140 Zeichen. „Firma XY überzeugt mit Rekordergebnissen", „Firma XY startet das Jahr mit einem Rekordumsatz" oder „Deutliche Umsatzsteigerung bei Firma XY". Das klappt meistens nicht auf Anhieb, aber es lohnt sich, eine – oder je nach Situation auch mehrere – kurze und knackige Aussage(n) vorzubereiten, die Sie zu Beginn und am Schluss erwähnen können. Ihr Publikum wird es Ihnen danken.  
 

Ihre Ansprache sollte diese Grundregeln befolgen:      

  • Informativ und interessant: Erzählen Sie, was neu ist und was Ihnen im Unternehmen im letzten Jahr Freude bereitet hat. Berichten Sie von Teamereignissen. Fokussieren Sie auf zwei bis drei Firmenereignisse und verknüpfen Sie sie mit dem aktuellen Geschehen – regional, national oder international.         
  • Nachvollziehbar: Formulieren Sie Ihre Gedanken klar und verständlich. Überfordern Sie das Publikum nicht mit Studien und Zahlen, sondern interpretieren Sie und übersetzen Sie Tatsachen in Bilder.      
  • Abwechslungsreich: Wechseln Sie zwischen Ernst und Humor, zwischen Fakten und Gefühl. Sprechen Sie einen zentralen Satz besonders langsam oder unterstreichen Sie einen wichtigen Gedanken mit lauter Stimme.
  • Anschaulich: Zuhörer müssen Bilder im Kopf produzieren, damit sie verstehen, was Sie meinen. Tragen Sie Alltagsanekdoten und eigene Erlebnisse in Kurzform vor. Setzen Sie treffende Kundenfeedbacks ein.
  • Menschlich: Das Publikum ist gekommen, um die Menschen hinter der Firma kennenzulernen. Sagen Sie Ihre Meinung – von Mensch zu Mensch – und bauen Sie Vertrauen auf.
  • Authentisch und wahrhaftig: Stehen Sie zu sich und zu Ihrem Unternehmen. Es geht weder darum, Dinge zu beschönigen noch sie zu verharmlosen, sondern darum, Tatsachen aufrichtig vorzutragen.  

In 7 Schritten zu einer erfolgreichen Rede

  1. Berücksichtigen Sie die Zeit und die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Beides steht nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Achten Sie auf eine verständliche Sprache, die sofort durchdringt. Vermeiden Sie Floskeln wie „Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind" oder „Ich darf Sie heute hier begrüssen". Bei solch konventionellen Formulierungen schaltet das Publikum nicht nur innerlich sehr rasch ab.
  2. Verfassen Sie Ihre Rede zunächst schriftlich. Das hilft Ihnen, die Gedanken und Argumente zu ordnen und in eine logische Reihenfolge zu bringen. Wollen Sie drei Argumente vortragen, dann nehmen Sie das zweitwichtigste zuerst, dann das schwächste Argument und kurz vor dem Ende das stärkste.
  3. Versuchen Sie, die Sicht Ihrer Zuhörer einzunehmen. Wie können Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums gleich zu Anfang gewinnen? Was weiss es bereits über das Thema? Und mit welchem Schlusssatz gelingt es, eine Handlung oder Meinungsänderung herbeizuführen?
  4. Lassen Sie Ihr Manuskript von einer Person lesen, die Ihnen aufrichtig und ehrlich Feedback geben wird. Am besten von einem unbeteiligten Dritten. Mitarbeitende sind unter Umständen befangen und können sich schlecht in die Lage eines Aussenstehenden versetzen. Hören Sie auf die Tipps und Vorschläge, die Sie erhalten. Und befolgen Sie sie.
  5. Falls Sie nicht frei vortragen können oder wollen, schreiben Sie den gesamten Text in Umgangssprache ab. Das ist gewöhnungsbedürftig und geht am besten, wenn Sie den Text laut vorlesen.
  6. Üben Sie. Üben Sie nochmals. Und nochmals. Je mehr Sie üben, umso sicherer werden Sie vortragen und auch in der Lage sein, Gestik und Mimik einzusetzen oder eine Kunstpause zu machen. Stellen Sie sich hin und lesen Sie Ihre Rede laut vor, vielleicht mit einem Zuhörer, oder nehmen Sie sich mit Ihrem Smartphone auf. Sie werden Untiefen, Stolperfallen und unklare Passagen schnell erkennen – und nochmals bearbeiten wollen.
  7. Gewöhnen Sie sich das Improvisieren ab. Auch erfahrene Radiomoderatoren lesen ihre selbst geschriebenen Texte ab – einfach, weil die Kommunikation damit treffender wird und man nicht ins „Herumschwafeln" gerät.  

Extra-Tipps: doppelt hält besser

Profis haben bei jedem Vortrag die Vorlage im Präsentationsmodus auf einem zweiten Notebook dabei –falls die Technik versagen sollte, und das tut sie leider immer wieder. Es lohnt sich ausserdem, sich nicht erst in den letzten Minuten vor Beginn der Veranstaltung mit Bühne, Stehpult, Mikrofon und Lichtverhältnissen vertraut zu machen. Vielleicht ist die Zeit für eine Generalprobe zu knapp. Trotzdem sollten Sie in Erfahrung bringen, wo Sie stehen müssen, damit das Publikum Sie gut sehen kann und Sie Ihre Notizen problemlos ablesen können, ohne von etwaigen Scheinwerfern geblendet zu werden. Wie viel Platz bietet das Stehpult und in welcher Distanz zum Mikrofon müssen Sie sich positionieren, damit Sie mit ruhiger Stimme und ohne lästige Pfeiftöne vortragen können? Spielen Sie ein Video ab? Falls ja, lassen Sie es am besten von einer Drittperson auf einem anderen Rechner starten. Ist dies nicht möglich, überprüfen Sie vorher die Lautstärke des Beitrags (Musik und Sprache) und stellen Sie sie so ein, dass nicht während des Abspielens nachkorrigiert werden muss. Ein häufiger Fehler, der immer wieder für Peinlichkeiten sorgt: Mitten ins Referat platzt eine persönliche Nachricht oder eine Kalendererinnerung, weil nicht alle Hintergrundprogramme auf dem Rechner ausgeschaltet wurden. Halten Sie es wie mit Ihrem Handy: Schalten Sie alles aus, was nicht zum Referat gehört. Sorgen Sie für ein Glas (stilles) Wasser in Griffnähe und trinken Sie einen Schluck, wenn Ihre Kehle austrocknet. Manche Redner setzen diese Geste auch bewusst zwischen zwei Referatteilen ein, sozusagen als Kunstpause.  

Gemeinsam erfolgreich

Stehen Sie vor der Aufgabe, Ihren Mitarbeitenden oder Aktionären den Geschäftsbericht präsentieren zu müssen? Wissen Sie noch nicht, was und wie Sie es sagen wollen? Haben Sie wenig Zeit? Dann beauftragen Sie eine externe Fachperson, Ihre Rede zu schreiben. Die GLOBAL TRANSLATIONS GmbH steht Ihnen mit ihrem ganzen Team an Redaktoren und Texterinnen zur Seite, um Ihre Gedanken und Botschaften rechtzeitig und gewinnbringend zu formulieren.


Bild: © Can Stock Photo Inc.
Zurück