Satz, Wort und Unwort des Jahres – einige Erläuterungen
 Foto des Dudeneintrages zum "Unwort"

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 16.12.2015

Einmal mehr werden Ende Jahr Satz, Wort und Unwort des Jahres auserkoren. Der spezielle sprachliche Jahresrückblick findet stets grossen Anklang.

 

Welches Wort hängt uns denn dieses Jahr am meisten zum Hals raus? Und welcher Begriff respektive welcher Satz hat im Gegenzug einen nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen?

 

Ursprung und Geschichte

1971 wurde in Deutschland erstmals das Wort des Jahres gewählt. Seit 1977 findet die Wahl in unserem Nachbarland regelmässig statt. 1991 gesellte sich zum Wort des Jahres dann als Gegenstück das Unwort des Jahres. Seit diesem Zeitpunkt wird in Deutschland auch der Satz des Jahres erkoren. 2008 entstand zudem die Idee einer Wahl des Jugendworts des Jahres, die inzwischen ebenfalls äusserst beliebt ist.

Auch die Schweiz legte ein Augenmerk auf das deutsche Wort des Jahres, denn als deutschsprachiges Wort galt es natürlich indirekt auch für den Schweizer Sprachraum. Da jedoch in der Regel Wörter mit ausgesprochenem Deutschlandbezug die Wahl gewannen, entschieden sich die Schweizerinnen und Schweizer 2003, ein eigenes Wort des Jahres zu ernennen. Im Rahmen der Wahl werden seit diesem Zeitpunkt auch der Satz und das Unwort des Jahres erkoren.

 

Ablauf der Wahl

Die erwähnte Wahl steht seit jeher unter dem Patronat von Radio SRF 3.

Die Hörerschaft kann Vorschläge einsenden, die im Anschluss von einer rund vier- bis sechsköpfigen Jury – bestehend aus bekannten Schweizerinnen und Schweizern mit Bezug zum Thema – ausgewertet werden. Im vergangenen Jahr zum Beispiel brütete die Jury über mehr als 1000 Vorschlägen, bevor sie sich für die Siegerbegriffe und -sätze entschied.

 

Anglizismus des Jahres

Neben Jugendwort, Satz, Wort und Unwort des Jahres kann das deutsche Publikum übrigens im Rahmen der „Aktion Anglizismus des Jahres“ seit 2010 auch den Anglizismus auswählen, der das jeweilige Jahr am meisten geprägt hat. Das Siegerwort muss dabei ganz oder teilweise aus dem Englischen kommen, im entsprechenden Jahr erstmals im allgemeinen Sprachgebrauch erschienen sein und gemäss dem Wahlgremium eine wichtige Lücke im deutschen Wortschatz füllen. „Emoji“ oder „Selfie“ waren zum Beispiel Begriffskandidaten in der Endrunde des vergangenen Jahres. Die Wahl des Anglizismus des Jahres soll zur erhöhten Akzeptanz von englischen Lehnwörtern beitragen, die ja aus unserem Sprachgebrauch tatsächlich nicht mehr wegzudenken sind.

 

Jugendwort des Jahres

 

„Smombie“ soll die Jugendsprache in Deutschland vergangenes Jahr am meisten geprägt haben. Der Begriff ist eine Zusammensetzung der Wörter Smartphone und Zombie und bezeichnet Jugendliche, die in der Welt der Smartphones versinken. Dass dieses Phänomen einen besonderen Namen verdient, ist sicher nicht falsch …

 

Die weiteren Gewinner der diesjährigen Wahl werden wir Ihnen in einem späteren Artikel vorstellen. Von besonderem Interesse ist natürlich das Unwort des Jahres 2015, das zusammen mit Satz und Wort des Jahres doch ganz gut aufzeigt, was die Schweizer Bevölkerung im vergangenen Jahr wirklich bewegt hat.

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

 

 

 
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