Satz, Wort und Unwort des Jahres 2015 – and the winner is …
 Foto von Scrabble-Steinen, die die Begriffe "Unwort" und "Satz" bilden

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 21.12.2015

Im letzten Artikel lieferten wir einige Hintergrundinformationen zu dieser speziellen Wahl. Hier nun die Resultate 2015 und einige Gedanken dazu.

 

Zum Jahresende durfte man sich wieder melden und mitteilen, welche Begriffe im auslaufenden Jahr am meisten gestört respektive am besten gefallen hatten und welcher Satz am besten in Erinnerung geblieben war. Welches Wort stand 2015 zuoberst auf der Hitliste der Schweizerinnen und Schweizer, welches zuunterst. Und welcher Satz bewegte uns am meisten?

Erneut brütete die Jury von Radio SRF 3 über Hunderten von Vorschlägen – und konnte schliesslich folgende Resultate verkünden:

 

Wort des Jahres 2015

„Einkaufstourist“ ist Wort des Jahres 2015. Die Begründung der Jury lautete folgendermassen: „Fast alle Worte, die uns dieses Jahr beschäftigt haben, betreffen die Beziehung der Schweiz zum Rest der Welt. Einmal sind es Asylsuchende oder Fachkräfte, die in unser Land wollen, einmal Schweizer, die über die Grenze gehen, um günstig einzukaufen. Wir wollen zugleich alleine bleiben auf unserer Hochpreisinsel und trotzdem von den günstigen Preisen im Ausland profitieren. Der Detailhandel hingegen tut sich schwer damit, die günstigeren Einkaufspreise in Europa an die Konsumenten weiterzugeben. Die Aufnahmezentren für die Wirtschaftsflüchtlinge aus der Schweiz sind die Einkaufszentren von Konstanz bis Lörrach.“

 

Unwort des Jahres 2015

Zum Unwort des Jahres wurde der Begriff „Asylchaos“ erkoren. Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt: „Dass wir in der Schweiz ein Asylchaos hätten, ist eine Behauptung, mit der im Wahljahr Ängste geschürt wurden. Denn die sogenannte Flüchtlingswelle ist ja weitgehend an der Schweiz vorbeigegangen, und von einem Chaos konnte 2015 keine Rede sein.“

 

Satz des Jahres 2015

Der Siegersatz des Jahres stammt vom suspendierten FIFA-Präsident Sepp Blatter: „Die WM kann man nicht kaufen.“ Auch dieser Entscheid wurde von der Jury kommentiert: „Der Entscheid zum Satz des Jahres fiel leicht (…) Beeindruckt hat uns, mit welchem Trotz Sepp Blatter allen Enthüllungen im Jahr 2015 widerspricht.“

 

Die erwähnte Wahl mag banal wirken, sie ist es unserer Ansicht nach jedoch ganz und gar nicht. Die Resultate sind eine Mini-Zusammenfassung dessen, was uns Schweizer Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr am meisten berührt hat. Klar handelt es sich um eine sehr knappe Darstellung der Schweizer Meinung, und die Ergebnisse müssen deshalb mit Vorsicht genossen werden. Dennoch zeigen sie, dass uns gewisse Themen ganz besonders bewegen – im Fall des Jahres 2015 zum Beispiel die Asylfrage oder der FIFA-Korruptionsskandal. Gut vorstellbar also, dass sich eine Strassenumfrage zu den wichtigsten Themen 2015 mit Satz, Wort und Unwort des Jahres decken würden.

Sammeln wir also auch im neuen Jahr fleissig Begriffe, die uns bewegen. Schön wäre in diesem Zusammenhang natürlich, wenn sie vor allem positiv besetzt wären.

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

 

 

 
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