Viele Sprichwörter verderben den Brei
 Foto Sprichwort "Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen.

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 22.04.2015

Sprichwörter gehören zur Welt der Sprache. Es lohnt sich, die Thematik etwas eingehender zu beleuchten.

 

Mit unseren letzten beiden Blogs konnten Sie in die Welt der Redewendungen eintauchen.

 

Gleich wie Letztere sind auch Sprichwörter in unserem Sprachschatz omnipräsent. Selbst wenn wir sie überholt finden – wir verwenden sie immer wieder und verstehen eine Vielzahl von ihnen auch problemlos. Oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass es sich bei einer Formulierung eigentlich um ein Sprichwort handelt. Wie häufig zum Beispiel treffen wir den Satz „Geld regiert die Welt“ an – für uns hat er längst nicht mehr unbedingt sprichwörtlichen Charakter. So zählt die deutsche Sprache eigentlich Tausende dieser festen Formulierungen, von denen jedoch nur ein Bruchteil wirklich oft gebraucht wird.

Definition

Wie schon erwähnt bestehen zwischen Redewendungen und sogenannten Sprichwörtern sehr viele Ähnlichkeiten. Zur Erinnerung hier nochmals die im letzten Blog erwähnte Abgrenzung:

 

Sprichwörter sind im Gegensatz zu Redewendungen feste und unveränderliche Formulierungen. In der Regel wird in einem Sprichwort eine Weisheit oder eine Lebensregel dargelegt.

 

In diesem Kontext liefert der spanische Autor Miguel de Cervantes (Don Quijote) eine äusserst treffende Definition:

 

„Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der auf langer Erfahrung gründet.“

 

Die Erfahrung wird zu einer Lebensweisheit, die das Sprichwort zusammenfasst: 

  • „Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.“
  • „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“
  • „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“

Sehr oft haben Sprichwörter auch einen warnenden Charakter:

  • „Den Letzten beissen die Hunde!“
  • „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“
  • „Keine Rose ohne Dornen.“

Form

Sprichwörter setzen sich in der Regel schnell in unserem Gedächtnis fest, da sie einen speziellen Charakter haben. Sehr oft handelt es sich um Bilder:

  • „In der Nacht sind alle Katzen grau.“
  • „Schlafende Hunde soll man nicht wecken.“
  • „Viele Köche verderben den Brei.“

Besonders gut erinnern wir uns auch an Sprichwörter, die aus Reimen bestehen:

  • „Ohne Fleiss kein Preis.“
  • „Träume sind Schäume.“
  • „Morgenstund hat Gold im Mund.“

Herkunft

Eine Charakteristik von Sprichwörtern ist deren unbekannter Autor. Dennoch stammen viele Sprichwörter von lateinischen Autoren oder aus der Bibel, so zum Beispiel das berühmte „geben ist seliger denn nehmen“.

Auch einige Sätze aus der Literatur gelten mittlerweile als Sprichwörter, obwohl ihr Ursprung bekannt ist: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ zum Beispiel stammt eigentlich aus Friedlich Schillers Wilhelm Tell.

 

Besonders spannend wird es, wenn Sprichwörter im Laufe der Zeit verändert werden. Solche Weiterentwicklungen ziehen Sprichwörter oft ins Lächerliche und haben deshalb eine besonders grosse Wirkung: 

  • „Dividende gut, alles gut.“
  • „Morgenstund hat Blei im Schuh.“
  • „Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen.“

In diesem Sinne schliessen wir unsere Ausführungen mit einem Lachen und wünschen Ihnen eine gute Woche!

 

Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

 

 

 
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