Schreiben, schreiben, schreiben...
 Schreiben

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 10.11.2014

Schreiben kann uns den Arbeitsalltag versüssen, es kann ihn jedoch gleichermassen zur Qual machen – unsere Gedanken zu diesem Thema.

 

Warum schreiben wir eigentlich? Und warum tun wir uns beim Schreiben oft so schwer?

Herkunft, Sinn und Zweck des Schreibens

Die Geschichte der Schrift reicht bis ins Jahr 3500 vor Christus zurück und hat ihren Ursprung in Ägypten. Man begann damals, Informationen zu kodieren und damit zu konservieren. Die Art der Kodierung ist heute nicht mehr dieselbe, und auch die Schreibtechniken können nicht mehr mit jenen von früher verglichen werden. Das Schreiben aber ist geblieben. Es hat also durchaus seinen Nutzen, sonst wäre es längst wieder abgeschafft worden. Doch Hand aufs Herz: Wären Sie zwischendurch auch froh, es hätte sich nicht durchsetzen können?

 

Mit dem Niederschreiben einer Meldung wird diese gespeichert und kann zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder abgerufen werden. Dies ist der eigentliche Zweck des Schreibens. Stellen Sie sich vor, Sie müssten plötzlich alle Informationen wieder mündlich und augenblicklich weitergeben und empfangen – ganz klar ein Ding der Unmöglichkeit! Eine Alternative wäre das Speichern und Abhören von Gesprochenem auf Datenträgern. Doch auch damit wären wir heillos überfordert. Wir sind somit aufs Schreiben angewiesen. Und dennoch würden viele von uns so gerne darauf verzichten. Aber wieso eigentlich?

Warum schreiben eine Knacknuss ist – drei mögliche Ursachen

1. Wir schreiben nicht in unserer Muttersprache

 

Machen Sie die Probe aufs Exempel: Denken Sie sich eine Kurzinformation von ungefähr vier Mundartsätzen aus und schreiben Sie diese in Ihrem Dialekt nieder. Stoppen Sie die Zeit. Wiederholen Sie später dasselbe, jedoch in der Schriftsprache. Die Frage, was einfacher war, erübrigt sich…

Unsere Herkunft erleichtert uns die Sache nicht: Aufgrund unseres Dialekts müssen wir unsere Gedanken in einer Fremdsprache niederschreiben, mit der wir viel weniger vertraut sind. Dieser Zusatzschritt stört den Fluss erheblich.

 

2. Das Schreiben erfolgt nach Regeln

 

Denken Sie an das Beispiel unter Punkt 1 zurück. Wie oft wurden Sie beim Schreiben auf Schriftdeutsch mit Fragen der deutschen Rechtschreibung konfrontiert? Mussten Sie allenfalls sogar einmal innehalten und über eine Regel gründlicher nachdenken? War es nicht deutlich einfacher, Ihre Information auf Mundart einfach nach bestem Wissen und Gewissen niederzuschreiben?

Die Tatsache, dass wir nach bestimmten Regeln schreiben müssen, macht uns das Leben oft schwer. Denn…

 

3. Geschriebenes ist unsere Visitenkarte!

 

Was wir schreiben, kann sofort und problemlos einer relativ objektiven Beurteilung unterzogen werden. Schreiben ist also für uns nicht selten eine kleine Prüfung, die unser Gegenüber mit einer Note versehen kann. Wenn uns schreiben nicht so leicht fällt, können wir dies nur schlecht verbergen, was für viele von uns ganz klar eine Belastung darstellt.

Schreiben macht Sinn

Die drei aufgeführten Gründe wiegen verständlicherweise schwer. Versinken wir jedoch nicht im Selbstmitleid, denn Folgendes ist entscheidend:

 

Auch wenn schreiben nicht einfach ist, erleichtert es uns das Leben. Ohne Schriftliches wäre unser Arbeitsalltag nicht zu bewältigen. Versuchen wir es also mit einer grundsätzlich positiven Haltung und vergessen nicht, dass es all unseren Mitmenschen gleich ergeht. Etwas plakativ ausgedrückt: Geteiltes Leid ist halbes Leid!

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen trotz allem entspanntes Schreiben und freuen uns schon jetzt auf Ihr Feedback – schreiben Sie munter drauflos, denn wie bereits erwähnt: Es ergeht uns allen gleich!

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

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6 von 6 Kommentaren

Knutti Arnold, Dienstag, 11. November 2014 10:33

Das finde ich eine sehr plausible und gut verständliche Darstellung der Problematik. Ich schreibe viel und gerne, bleibe aber zu oft an nicht mehr voll präsenten Regeln, Rechtschreib- oder Interpunktionsproblemen hängen. Die neue Rechtschreibung lässt freundlich grüssen...

Das Schreiben im Dialekt macht Spass und lässt viel mehr Freiraum, was vor allem in der digitalen Kommunikation praktisch ist. Allerdings ist auch der Dialekt mit Stolpersteinen gepflastert, denn wenn du im Simmental aufgewachsen bist, in Bern studiert hast, dann im Saanenland tätig warst und jetzt wieder im Unterland zu Hause bist, fällt es mir schwer, in einem einzigen Dialekt zu verharren. Ich weiss, dass das andern keine Schwierigkeiten macht.

Wünsche euch Schreibkünstlerinnen weiterhin viel Erfolg und Freude an der Sache!

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Tatjana Greber, Dienstag, 11. November 2014 14:17

Lieber Herr Knutti

Ja, das kann ich gut nachvollziehen und da hat die Überarbeitung der deutschen Rechtschreibung auch ihren Beitrag an Verwirrung geleistet.

Was das Schreiben in Dialekt und die neuen digitalen Medien anbelangt, so kämpfe ich, insbesondere bei meinen Kindern, immer etwas dagegen an und bleibe bei Skype, SMS, Mail & Co. bewusst beim Hochdeutschen. Wenn ich sehe, wie die jungen Leute schreiben und der deutschen Sprache (nicht) mächtig sind, dann macht mir das etwas Angst. Aber das wäre wohl ein Thema für einen neuen Blog-Artikel... :)

Patrick, Dienstag, 18. November 2014 15:09

Guten Tag Frau Gerber

 

Braucht es in Ihrem ersten Antwortsatz nicht ein Komma vor dem UND? Es folgt doch ein ganzer Satz.

 

Ich bin gespannt.

 

Herzlich

 

Patrick

Patrick, Dienstag, 18. November 2014 15:10

Liebe Frau Greber

 

Entschuldigen Sie das Gerber... Schreiben ist wirklich schwerer als man denkt.

 

Herzlich

 

Patrick

Tatjana Greber, Dienstag, 18. November 2014 16:42

Guten Abend Patrick

 

Ich bedanke mich für Ihre interessante Frage, mit der Sie mich kurzzeitig ein wenig in Aufruhr versetzt haben - schliesslich können wir uns nicht Sprachprofis nennen, über Sprachfragen philosophieren und gleichzeitig Kommafehler machen!

 

Aber uff... ich hab Glück gehabt:

 

Früher war es notwendig, vor den Konjunktionen "und" bzw. "oder" ein Komma zu setzen, wenn es sich um zwei gleichberechtigte Hauptsätze handelte. Mit der neuen Reform entfällt dies.

 

http://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/komma#K118

 

Regel 119:

 

1. Werden gleichrangige selbstständige Teilsätze durch Konjunktionen wie "und" oder "oder" verbunden, so setzt man in der Regel kein Komma.

 

- Nimm das Geld oder lass es bleiben.

- Wir können zu Fuß gehen oder wir können die Straßenbahn nehmen.

- Seien Sie bitte so nett und geben Sie mir das Buch.

- Sie machten es sich bequem, die Kerzen wurden angezündet und der Gastgeber versorgte sie mit Getränken.

 

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zu dienen.

 

Freundliche Grüsse

 

Tatjana Greber

 

P.S. Das "Gerber" lassen wir ausnahmsweise als Flüchtigkeitsfehler durchgehen und analysieren es diesmal nicht gründlicher. ;-)

 

Reinhard Kreibig, Mittwoch, 26. November 2014 09:22

Und noch einer...