Erste Schritte einer deutschen Übersetzerin in der Schweiz
 Grafik der Schweizer Landessprachen

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 02.07.2018

Spielen Sie mit dem Gedanken, als deutsche Übersetzerin Ihr Glück in der Schweiz zu versuchen? Wie Sie Fuss fassen können, erfahren Sie hier.

 

Hier plaudert nun zum dritten Mal eine deutsche Übersetzerin aus dem Nähkästchen. Auch diesmal versteht sich der Text als eine kleine Anekdote, nicht über das Leben an sich, sondern über die ersten Gehversuche einer deutschen Übersetzerin in der Schweiz.

 

Zwischen Genf und St. Gallen

Zunächst einmal erfahren Sie als Deutsche – oder überhaupt als Ausländerin in der Schweiz –, dass es im Gegensatz zu anderen Ländern keine staatliche Prüfung für Übersetzer gibt, mit der Sie sich Ihre Kompetenzen anerkennen lassen können. Stattdessen steht es Ihnen frei, eine von im Wesentlichen vier Ausbildungseinrichtungen zwischen Genf und St. Gallen zu besuchen oder eine Spezialisierung zu absolvieren, beispielsweise in literarischem Übersetzen. Das Gute dabei: In der Schweiz ist auf kleinem Raum für die verschiedensten Geschmäcker und Bedürfnisse etwas dabei – von der Universität über die Fachhochschule bis zur Höheren Fachschule, die anders als die ersten beiden nicht im Hochschulbereich, sondern in der höheren Berufsbildung angesiedelt ist. Sie ahnen es sicher schon: Das Schweizer Bildungssystem ist, ähnlich wie das deutsche, sehr durchlässig und die nicht universitären Abschlüsse geniessen entsprechendes Renommee. Auch lässt sich die Ausbildung je nach Einrichtung zumeist gut an Ihre Lebensumstände anpassen, ob als Vollzeit- oder Teilzeit-, Präsenz- oder Fernstudium. Einen kurzen Überblick finden Sie in dieser Auflistung.

 

An der Sprachgrenze

Ihre Kompetenzen vertiefen, einen Einblick in die Schweizer Arbeitswelt gewinnen und in die helvetische Kultur eintauchen können Sie beispielsweise im Rahmen eines Praktikums. Dies bieten, wie anderswo auch, staatliche Einrichtungen und private Unternehmen an. Das Besondere im Fall Schweiz ist einerseits die zusätzliche Vielfalt an internationalen und kulturellen Organisationen, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen mit Bedarf an Übersetzern, andererseits die Mehrsprachigkeit, der mit den vier offiziellen Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch eine wichtige Rolle zuteilwird. Unter den 26 Kantonen finden Sie auch vier zwei- beziehungsweise dreisprachige, die zusätzlich zum Übersetzungsdienst auf Bundesebene über einen eigenen Übersetzungsdienst verfügen und bisweilen ebenfalls Praktika anbieten. Sogar Rätoromanisch ist auf Bundes- und Kantonsebene vertreten – eine ähnlich starke Repräsentation wünscht sich die deutsche Übersetzerin als Slawistin beispielsweise für die noch kleinere sprachliche Minderheit der Sorben in Deutschland.

 

Unbegrenzte Möglichkeiten

Eine Anstellung als Übersetzerin finden können Sie – mit oder ohne Praktikum – natürlich auch bei einer Übersetzungsagentur wie GLOBAL TRANSLATIONS. Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, werden sehr häufig Übersetzungen aus dem Deutschen ins Französische und Italienische und umgekehrt benötigt. Daneben sind Übersetzungen aus dem und ins Englische gefragt, das quasi als inoffizielle fünfte Landessprache dient. Aber auch für andere Sprachen lassen sich Nischen finden, beispielsweise als Urkundenübersetzerin. Hinzu kommt der im Vergleich zu Deutschland geringere administrative und steuerliche Aufwand, egal ob Sie angestellt oder selbstständig tätig sind, diese beiden Arten der Erwerbstätigkeit kombinieren oder munter dazwischen hin- und herwechseln.

 

Das Plädoyer aus dem Nähkästchen lautet also: Die Schweiz lohnt sich! Kleinere sprachliche und kulturelle Hürden lassen sich mit ein wenig Hilfestellung, die Sie zum Beispiel in unseren Artikeln Als Deutsche für die Schweiz übersetzen oder Die Ankunft einer Deutschen in der Schweiz finden, leicht überwinden. 

 

Tatjana Greber-Probst, Jennifer Smolka, Myriam Cavegn

 

 

 

 
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