Metasprache – die Sprache über die Sprache
 Kleine Skizze zur Sprache über Sprache

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 03.11.2016

Um über Sprache zu sprechen, bedienen sich Sprachinteressierte, Lehrerinnen und Linguisten der Metasprache.

 

Wir sprechen Tag für Tag über Sprache und finden, dass es an der Zeit ist, einmal über die Sprache zu sprechen, die dabei zur Anwendung kommt: die Metasprache.

 

Die Bezeichnung „Meta“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „hinter“ oder „über“. Die Metasprache ist also eine Sprache, mithilfe derer man sozusagen hinter die Kulissen einer Sprache blicken kann. Sie ist eine Sprache über Sprache.

 

Sie sind nun vielleicht etwas verwirrt und legen fragend die Stirn in Falten: Braucht es eine Metasprache wirklich?

 

Ja. Selbstverständlich braucht es sie. Denn die Metasprache ist eigentlich nichts anderes als eine Fachsprache. Eine Fachsprache unterscheidet sich von der Alltagssprache und wird verwendet, um über Gegenstände und Vorgänge eines bestimmten Fachgebiets zu sprechen. Ein Arzt wendet beispielsweise eine medizinische und eine Juristin eine juristische Fachsprache an, um Prozesse seines oder ihres Berufes zu beschreiben und zu erklären. Die Fachsprache der Linguistinnen und Linguisten ist somit die Metasprache.

Metasprache vs. Objektsprache

Die Sprache, über die mittels der Metasprache gesprochen wird, bezeichnet man als Objektsprache. Sprechen wir zum Beispiel auf Deutsch über die englische Grammatik, so fungiert Englisch als Objektsprache und Deutsch als Metasprache. Diese Rollen können jederzeit getauscht werden. Spricht man auf Deutsch über die deutsche Grammatik, ist Deutsch sowohl die Meta- als auch die Objektsprache. Wörter, die auf der metasprachlichen Ebene verwendet werden, sind beispielsweise Wörter wie Satz, Wort, Ausdruck, Subjekt, Nominalgruppe usw.

 

Zur Veranschaulichung einige Beispiele:

 

Over there is my mother talking to my brother.

[Objektsprache Englisch]

 

Der obenstehende Satz ist ein englischer Aussagesatz.

[Metasprache Deutsch]

 

„My mother“ ist das Subjekt des obenstehenden Satzes.

[Metasprache Deutsch]

 

Der zweite und der dritte Satz sind Sätze auf metasprachlicher Ebene. Sie werden verwendet, um über sprachliche Merkmale des ersten Satzes zu sprechen.

 

Max ist einsilbig.

 

Dieser Satz kann auf verschiedene Arten interpretiert werden: Will man mit dieser Aussage ausdrücken, dass der Name Max nur aus einer Silbe besteht, so handelt es sich um Metasprache. Will man jedoch mit diesem Satz aussagen, dass die Person Max einsilbige Antworten von sich gibt, so handelt es sich um einen gewöhnlichen Aussagesatz.

 

Es gibt übrigens auch eine Meta-Metasprache. Diese nutzt man, um über die Metasprache zu sprechen. In diesem Blogartikel haben wir also die Meta-Metasprache angewendet – und die Metasprache wurde zur Objektsprache.

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Myriam Cavegn, Nicole Hunziker

 

 

 

 
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