Irrtümer der deutschen Sprache
 Spruch Errare Humanum Est

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 09.03.2017

„Errare humanum est“, sagte einst Hieronymus – irren ist menschlich. Trotzdem schadet es nicht, einige sprachliche Irrtümer aus dem Weg zu räumen.

 

Die Sprache ist ein Fehlerparadies. Interessanterweise werden unzählige Fehler von vielen Menschen gar nicht erkannt. Es handelt sich dabei nicht selten um Fehler, die sich sozusagen „eingebürgert“ haben – man hat sich daran gewöhnt und empfindet sie fälschlicherweise als korrekt. Umgekehrt gibt es aber auch korrekte Schreibweisen, von denen geglaubt wird, sie seien falsch.

 

Im Anschluss einige Beispiele von klassischen Irrtümern der deutschen Sprache:

Auslassungspunkte (Ellipsenzeichen)

Kaum jemand weiss es. Die drei Auslassungspunkte, die für fehlende Buchstaben, ein fehlendes Wort oder mehrere fehlende Wörter stehen, müssen nach klar definierten Regeln gesetzt werden. Im Deutschen werden nicht einfach drei Punkte aneinandergereiht – je nach System wird das Ellipsenzeichen zum Beispiel mit der Tastenkombination ALT und der Ziffernfolge 0133 generiert.

 

Stehen die Punkte für ein ganzes Wort oder für mehrere Wörter, folgen sie immer mit einem Leerschlag auf das vorangehende Wort.

 

Meine Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkel …, sie alle haben mich an meinem Geburtstag überrascht.

 

Aber:

 

Das ist doch einfach total besch…!

 

Hier stehen die Punkte nur für fehlende Buchstaben, also folgt kein Leerschlag.

Anführungs- und Schlusszeichen

Über diese Zeichen herrscht generell grosse Verwirrung. Viele wissen gar nicht mehr, welches die richtigen Zeichen sind, um die direkte Rede zu signalisieren oder um etwas hervorzuheben. Im Deutschen steht sowohl für die direkte Rede als auch für die Hervorhebung eines Elementes in einem Satz das Anführungszeichen unten („) und das Schlusszeichen am Satz- oder Wortende oben (“). Die genannten Zeichen sehen aus wie eine kleine 99 bzw. 66, sie sind also nicht gerade. Im Englischen werden Anführungs- und Schlusszeichen oben gesetzt – vielleicht kommt die Verwirrung daher. Oft werden auch im Deutschen die französischen Zeichen gesetzt « », was im Grunde genommen auch nicht korrekt ist. Diesbezüglich sind wir aber toleranter, da sie mehrheitlich aus typografischen Gründen bevorzugt werden

Betreffend + Dativ

„Ich schreibe Ihnen betreffend dem Buch, das ich gerne bestellen würde.“ Stört Sie etwas an diesem Satz? Vielleicht nicht, denn in der Schweiz hat sich in Kombination mit „betreffend“ unbemerkt der Dativ eingeschlichen, und viele empfinden ihn als korrekt. Richtigerweise würde dieser Satz aber „Ich schreibe Ihnen betreffend das Buch, das ich gerne bestellen würde.“ lauten. Nach der Präposition „betreffend“, mit der man Bezug auf etwas nimmt, folgt ausnahmslos der Akkusativ.

 

Wir versichern Ihnen, dass diese Irrtümer-Aufzählung noch lange weitergeführt werden könnte. In einem der nächsten Blog-Artikel werden wir deshalb bestimmt noch weitere Beispiele aufnehmen.

 

Bis dahin …

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Myriam Cavegn, Nicole Hunziker

 

 

 

 
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