Gut schreiben

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 17.11.2014

Warum lesen sich manche Texte flüssig, während man andere sofort beiseitelegt? Was bedeutet gut schreiben?

 

In unserem letzten Beitrag haben wir Sie dazu ermuntert, mutiger zur Feder zu greifen. Schliesslich würden alle mit den gleichen Hürden kämpfen. So seien zum Beispiel unsere Mundart oder die liebe Rechtschreibung für jedermann omnipräsente Stolpersteine auf dem Weg zu guten Texten.  

Neben einer gesunden Portion Selbstvertrauen können Ihnen beim Schreiben jedoch auch konkrete Tipps eine Hilfe sein.

Gut schreiben – wichtige Bausteine

Vorbereitung

Bevor Sie zu schreiben beginnen, machen Sie sich folgende Überlegungen:

 

1. Welches ist meine Zielgruppe?

  • Laie, Experte, Alter, Geschlecht etc.

  • Gibt es eine zielgruppeneigene Sprache (Stil)?

2. Was ist meine Botschaft?

  • Notieren Sie sich alle Punkte, die der Text enthalten sollte.

3. Was will ich mit meinem Text erreichen?

  • Was ist der Nutzen für den Leser?
  • Möchte ich zu einer Handlung auffordern?
  • Möchte ich nur informieren?

4. Was für eine Textart soll es werden?

  • Ein Werbetext auf einem Flyer sieht anders aus als eine sachliche Medienmitteilung, ein Mailingtext, der zu einer Handlung auffordert, oder ein Teasertext für Ihren Newsletter.

Gerade die zwei ersten Punkte notieren Sie sich am besten auf einen Zettel, der während des Schreibens sichtbar aufliegt.

 

Nachdem Sie diese Fragen beantwortet haben, können Sie nun in die Tasten hauen und sich an den Inhalt machen. Sie werden gut schreiben, denn die idealen Voraussetzungen sind nun geschaffen!

Schreiben

Gut schreiben Sie, wenn Sie auf folgende Punkte achten:

  1. Vermeiden Sie lange Schachtelsätze und bevorzugen Sie kurze, prägnante Sätze.
  2. Zerlegen Sie lange zusammengesetzte Substantive.
    Kundendatenbank-Software > Software für Kundendatenbanken 
  3. Benutzen Sie aktive Sätze und vermeiden Sie das Passivum.
    Mit diesem Produkt wird die Arbeit erleichtert. > Dieses Produkt erleichtert Ihre Arbeit.
  4. Verwenden Sie viele Verben.
  5. Vermeiden Sie Fachchinesisch. 
  6. Schreiben Sie Abkürzungen aus. Das erleichtert das Lesen. 
  7. Gehen Sie sparsam mit Fremdwörtern um. 
  8. Vermeiden Sie Wortwiederholungen. Benutzen Sie stattdessen Synonyme. 
  9. Wechseln Sie die Perspektive, indem Sie den Leser ansprechen. Schreiben Sie also nicht „wir“ und „unser“, sondern „Sie“ und „Ihr“.
  10. Verwenden Sie eine bildliche Sprache. So lösen Sie Gefühle aus und wecken Emotionen. Malen Sie in den Köpfen Ihrer Leser Bilder. Je mehr Gehirnregionen aktiviert werden, umso mehr bleibt vom Text hängen.
  11. Beziehen Sie den Leser mit ein, stellen Sie Fragen.
  12. Redewendungen und Zitate lockern einen Text auf, bauen Sie solche ein.
  13. Überprüfen Sie, wie Produkt- oder Firmennamen korrekt geschrieben werden und schreiben Sie diese immer gleich.
  14. Strukturieren Sie Ihren Text klar und übersichtlich. Bilden Sie themenbezogene Abschnitte.
  15. Halten Sie während dem Schreiben immer wieder inne und prüfen Sie, ob Ihre Botschaft noch klar ist und im Mittelpunkt steht.
  16. Lassen Sie den Text am Schluss etwas ruhen oder schlafen Sie am besten eine Nacht darüber. Es lohnt sich, den Text jeweils mit etwas Abstand aus der Sicht der Leser nochmals zu lesen.

Nachbearbeitung

  1. Je sorgfältiger die Nachbearbeitung ist, umso höher ist die Qualität Ihres Textes. Gut schreiben Sie also nur, wenn Sie später mit dem nötigen Abstand und einem kritischen Auge nochmals an Ihre Texte gehen. 
  2. Löschen Sie unnötige Füllwörter („wohl“, „etwa“, „also“ und weitere). Unter folgendem Link finden Sie ein Tool, das Sie dabei unterstützt: http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online
  3. Löschen Sie überflüssige (doppelte) Leerzeichen. 
  4. Setzen Sie Überschriften, die bei Ihren Lesern Interesse wecken. Mit Wortspielen können Sie originelle und interessante Überschriften kreieren. Mit Überschriften und auch, indem Sie wichtige Wörter oder Sätze optisch hervorheben (fett, kursiv, unterstrichen, farbig etc.), bedienen Sie zudem Querleser sehr gut. 
  5. Überprüfen Sie die Rechtschreibung. Dies können Sie entweder mit MS Word machen oder auf http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online
  6. Idealerweise lassen Sie Ihren Text zum Schluss noch von jemandem durchlesen. Im Rahmen eines Korrektorats können einerseits letzte Fehler entdeckt werden und andererseits erhalten Sie eine erste Rückmeldung sowie Ideen für den finalen Feinschliff.

Nun wünschen wir Ihnen frohes Schreiben – gut schreiben werden Sie sowieso.

 

Wir freuen uns an dieser Stelle auf Anregungen, Ergänzungen und einen spannenden Austausch.

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

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