Floskeln – braucht es nicht!
 Foto von einer Zeichnung mit zwei Sprechblasen. Text: blabla und Fragezeichen.

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 17.02.2015

Haben Sie Floskeln auch satt? Nachfolgend liefern wir Ihnen einige Tipps und Tricks zur Vermeidung dieser nichtssagenden Redensarten.

Anbei übersenden wir Ihnen einige Floskeln…

… und hoffen, dass Sie von diesen überzeugt sind. Wir würden uns sehr freuen, von Ihnen zu hören. In Erwartung eines regen Gedankenaustausches verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen…

 

Tönt ziemlich wichtig, oder?

 

Was sagen Sie jedoch zu dieser Fassung?

 

Sie erhalten in der Anlage einige Floskeln. Sind Sie davon überzeugt? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und einen regen Gedankenaustausch.

Freundliche Grüsse

 

Das erstgenannte Beispiel verdeutlicht, wie sehr die deutsche Sprache – gerade in Briefen – auch heute noch von Floskeln bestimmt ist. Dies, obwohl zahlreiche Bestrebungen darauf abzielen, unseren Schriftverkehr wenn immer möglich zu vereinfachen. Die Schweizerische Bundeskanzlei als Referenzorganisation für Sprachfragen zum Beispiel plädiert für eine bürgernahe, transparente und verständliche Sprache. Es werde immer wieder vergessen, dass eine schriftliche Meldung erst dann wirkungsvoll sei, wenn man sie auch wirklich verstehe. Tatsächlich verlieren wir alle – vor allem beim Schreiben von Briefen – das Ziel, uns verständlich auszudrücken, nicht selten aus den Augen. Die Angst, unsere Briefe könnten zu banal wirken, führt in vielen Fällen zu einem schwülstigen Schreibstil, der eine Floskel nach der anderen mit sich bringt. Wir verwenden die Floskel aus Unsicherheit, nur weil wir sie schon immer verwendet haben.

 

Laut Duden-Definition arbeiten wir also mit lauter nichtssagenden Redensarten und formelhaften, leeren Redewendungen. Doch wollen wir das wirklich?

 

Die Antwort ist klar: NEIN – stirb, liebe Floskel! Seien Sie nur etwas mutig...

 

Räumen Sie also auf mit inhaltslosen Worthülsen und abgenutzten Phrasen, die gar nichts aussagen. Immer mehr Empfänger haben nämlich begriffen, dass eine Floskel letzten Endes nur falsche Sicherheit vorgaukelt.

Beachten Sie somit insbesondere beim Verfassen von Briefen folgende Tipps:

 

1)    Kurz statt lang: Stellen Sie sich immer die Frage, ob Sie noch kürzer und präziser formulieren könnten. Sie werden sehen, dass viele Füllwörter automatisch wegfallen.

 

Hiermit laden wir Sie ein…

-> Wir laden Sie ein…

Bis dahin verbleiben wir mit freundlichen Grüssen…

-> Freundliche Grüsse…

 

2)    Direkt statt indirekt: Sprechen Sie die Leserin oder den Leser direkt an. Ersetzen Sie „wir“ wenn immer möglich durch „Sie“.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

-> Für Fragen erreichen Sie uns…

Anbei übersenden wir Ihnen…

-> In der Anlage finden Sie…

 

3)    Konkret statt umständlich: Vermeiden Sie Umwege. Verzichten Sie somit auch auf Hilfsverben wie „würde“, „könnte“ und „möchte“.

 

Wir würden uns sehr freuen…

-> Wir freuen uns…

Gerne möchten wir Ihnen mitteilen…

-> Gerne teilen wir Ihnen mit…

 

4)    Verben statt Nomen: Ersetzen Sie Nomen durch Verben, denn Substantive oder Substantivierungen machen einen Text in der Regel schwerfällig.

 

Ihre Anmeldung erwarten wir…

-> Bitte melden Sie sich an…

In Erwartung…

-> Wir erwarten…

 

5)    Fragen statt Aussagen: Fragesätze lockern Ihren Schriftverkehr auf und gestalten ihn einfacher.

 

Wir hoffen, dass Sie unser Angebot überzeugt…

-> Sind Sie von unserem Angebot überzeugt?

Wir möchten gerne Ihre Neugier wecken…

-> Haben wir Sie neugierig gemacht?

 

6)    Freundlich statt unpersönlich: Falls Sie Angst haben, Ihr Text wirke ohne Floskeln zu direkt, können Sie jederzeit eine Prise Freundlichkeit einstreuen – genau, indem Sie Floskeln entfernen.

 

Bezugnehmend auf unser Telefonat…

-> Vielen Dank für das angenehme Telefongespräch…

Gemäss Ihrem Schreiben...

-> Wir haben uns über Ihre Anfrage sehr gefreut…

 

Wenn Sie nur diese sechs Punkte beachten, sind Sie im Kampf gegen die verstaubten Floskeln auf jeden Fall schon sehr erfolgreich. Und eines ist sicher: Sie werden damit nicht nur den Leserinnen und Lesern, sondern auch sich selbst einen grossen Dienst erweisen.

 

 Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Nicole Hunziker, Myriam Cavegn

 

 

 

 
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