Anglizismen: Der Einfluss des Englischen

geschrieben von GLOBAL TRANSLATIONS am 19.01.2015

Im letzten Artikel ging es um Fremdwörter. Heute widmen wir uns den Anglizismen – englischen Wörtern, die sich in unserer Sprache eingenistet haben.

 

Mit einem Hamburger in der einen und einem Stück Cake in der anderen Hand sitzt der Nerd vor dem Computer und wartet, bis das Update downgeloadet ist.

Backstage chillt die Newcomer-Band, abgeschirmt von den Fans, und übt die Songs für ihre Show.

Der Marketingmanager und die CEOs machen ein Brainstorming zur Ideenfindung und briefen sich gegenseitig für das bevorstehende Meeting.

 

Verstehen Sie die oben stehenden Sätze problemlos? – Ja? Das ist keine Überraschung. Bei einigen Wörtern wäre Ihnen wahrscheinlich deren englische Herkunft gar nicht aufgefallen, wären sie nicht fett gedruckt gewesen. Auch wenn diese Satzbeispiele zugegebenermassen etwas übertrieben und künstlich daherkommen, englische Wörter sind aus unserer modernen Sprache nicht mehr wegzudenken. Ein paar Generationen vor uns hätten deutschsprachige Leserinnen und Leser die drei Sätze wohl kaum verstanden. Dass sie aber heutzutage für deutschsprachige Personen problemlos verständlich sind, obwohl sie viele englische Wörter enthalten, liegt daran, dass sich die Sprache im Laufe der Jahre und Jahrzehnte stets verändert hat und sich weiter verändern wird. Viele Wörter werden aus anderen Sprachen übernommen und für die deutsche Sprache angepasst. Vor allem das Englische hat durch die Globalisierung grossen Einfluss auf andere Sprachen. Vom Englischen ins Deutsche übernommene Begriffe nennt man Anglizismen.

 

Anglizismus

Als Anglizismus bezeichnet man in der Sprachwissenschaft die Übertragung einer für [das britische] Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache (Duden => Anglizismus). Englische Wörter werden also in den deutschen Wortschatz übernommen und grammatikalisch angepasst, d. h. wie deutsche Wörter „behandelt“ (konjugiert, dekliniert usw.). Die englische Schreibweise bleibt aber bei Anglizismen meist bestehen, die Laut-Buchstaben-Zuordnung wird also nicht dem Deutschen angepasst.

 

Eindeutschung

Unter Eindeutschung versteht man die Anpassung von fremdsprachlichen Wörtern an die deutsche Laut-Buchstaben-Zuordnung. Man sieht eingedeutschten Begriffen im Gegensatz zu Anglizismen nicht auf den ersten Blick an, dass es sich ursprünglich um fremdsprachliche bzw. englische Wörter gehandelt hat.

 

Beispiele für eingedeutschte englische Wörter

Keks (von Cakes -> Gebäck, Kuchen), Schau (von Show -> Vorstellung), Klub (von Club -> Verein)

 

Anglizismen in Berufsbezeichnungen

Gerade in Stelleninseraten wimmelt es nur so von Anglizismen. Es ist die Rede von Facility Managern (Hausmeistern), Key Account Managern (Betreuern von wichtigen Kunden), Chief Executive Officers (Geschäftsführern) etc. Kritiker sind der Meinung, dass durch die Verwendung englischer Bezeichnungen für Berufe im Deutschen weniger attraktive Arbeitsstellen aufgewertet werden.

 

Schreibung englischer Komposita im Deutschen

Unsicherheiten entstehen immer wieder bezüglich der deutschen Schreibung von englischen Komposita, also Wörtern, die aus zwei oder mehreren Bestandteilen zusammengesetzt sind. Im Deutschen gilt die Regel, dass Komposita immer entweder zusammengeschrieben oder mit einem Durchkopplungsbindestrich verbunden werden. Die Getrenntschreibung, die im Englischen üblich ist, ist nicht erlaubt und ist einer der häufigsten Rechtschreibefehler. Handelt es sich bei einem Komposita um einen Anglizismus, ist die Unsicherheit oft noch grösser. Wird das Wort nun zusammen, getrennt oder mit einem Bindestrich geschrieben? Eine allgemeingültige, richtige Antwort gibt es nicht. Die Schreibung englischer Komposita im Deutschen – vor allem in der Wirtschaft – gleicht sich aber immer mehr der englischen Schreibweise an. Es könnte also sogar sein, dass in ein paar Jahren die englische Schreibweise der Komposita für das Deutsche ganz übernommen wird. Ob dies das Ganze einfacher machen wird, sei dahingestellt.

 

Autorinnen: Tatjana Greber-Probst, Myriam Cavegn, Nicole Hunziker

 

 

 

 
Loading

0 von 0 Kommentaren

Kommentar schreiben