Mitarbeiter-Interview: Tatjana
Ohne eine zufällige Anfrage ...

... hätte ich wohl nie Beachvolleyball gespielt
 
Tatjana Greber (39) hat schon während ihrer Übersetzerausbildung an der Handels- und Dolmetscherschule in St. Gallen als Freelance-Übersetzerin gearbeitet. Das innovative Übersetzungsbüro GLOBAL TRANSLATIONS mit Startjahr 2000 betrieb sie neben Kursen, Seminaren und der 3-jährigen Executive-MBA-Ausbildung an der Berner Fachhochschule. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrer Familie und Freunden. Sie treibt viel Sport, interessiert sich für Literatur und engagiert sich für gemeinnützige Projekte.
 
Wie bist Du zum Beachvolleyball gekommen?
Ich musste mit 20 Jahren verletzungsbedingt meine Indoor-Volleyball-Karriere beenden. In dieser Zeit ist dann auch GT entstanden. Acht Jahre später spielte ich wieder – allerdings nur zum Plausch. Als die Partnerin einer Team-Kollegin, die Beachvolleyball spielte, ausfiel, bin ich spontan eingesprungen und fand sofort Gefallen an dieser sandigen Variante.

Was hast Du beim Beachvolleyball fürs Leben gelernt?
Ich habe sicher auf mentaler Ebene viel gelernt, vor allem mit Druck umzugehen. Wenn es mir in einem Match nicht läuft, dann kommt jeder Ball zu mir und der Gegner versucht das auszunutzen. Wenn man nur zu zweit auf dem Feld steht, ist das nicht ganz einfach, und zudem gibt es keinen Spielerwechsel wie beim Hallenvolleyball. Man muss da also durch. Ich sehe nun schwierigen Situationen in meinem Alltag etwas anders entgegen, versuche daraus zu lernen und von dieser Möglichkeit zu profitieren.
Zudem habe ich gelernt, dass wenn man an etwas glaubt, man noch jedes Spiel drehen kann – auch wenn es schon verloren scheint. So bin ich innerlich viel ruhiger und gelassener geworden.
Und klar, man lernt durch den Leistungssport auch mit Niederlagen umzugehen. Das fällt mir nicht sehr leicht, denn wer verliert oder enttäuscht schon gerne. Aber auch in diesen Situationen habe ich viel über mich gelernt.

Was bedeutet Beachvolleyball für Dich?
Es war lange nur ein Ausgleich zum Familien- und Büroalltag für mich. Für viele ist Beachvolleyball erstmal ein Lifestyle, den man mit Beach, Sonne und attraktiven Sportlern in Zusammenhang bringt. Beachvolleyball ist aber auch sehr viel Arbeit – athletisch, technisch und mental – und viel Reisen. Mir gefiel die athletische und mentale Herausforderung. So trainierte ich immer mehr und spielte auch vermehrt Turniere.

... auf internationalem Niveau!?
Zunächst spielte ich regional, dann national. Vor drei Jahren arbeiteten meine Team-Partnerin und ich uns in die Top 10 der Schweiz vor: Damit waren wir für internationale Turniere qualifiziert. Wir traten ab 2016 als Semiprofis gegen die Nationalteams verschiedener Länder an. Als „Underdog" versuchten wir, vor allem Spass zu haben und die besser klassierten Teams zu ärgern (lacht). Dieses Jahr erreichten wir erstmals internationale Top-10-Plätze und einmal sogar den 5. Platz in Montpellier!

Trotz dieser Glanzresultate hast Du beschlossen, aufzuhören ...
Wie man so schön sagt, soll man dann aufhören, wenn es am schönsten ist (schmunzelt). Ich werde weiterhin im Sand trainieren und lasse es zurzeit noch offen, ob ich dann noch das eine oder andere Turnier zum Plausch spiele. In dieser frei gewordenen Zeit will ich mich neuen privaten und beruflichen Projekten widmen.

Welche Vorbilder inspirieren Dich – privat, beruflich, sportlich?
Ich lasse mich gerne von verschiedenen Personen inspirieren – von Sportlern, Geschäftsleuten oder Privatpersonen aus meinem Umfeld, zu denen ich aufschaue und von denen ich mir gerne etwas „abgucke".
 
Klassische Frage an eine mehrsprachige Person: In welcher Sprache träumst Du? Und in welcher Sprache fluchst Du?
Ich träume meistens auf Deutsch, meine eigentliche Muttersprache. Es gibt aber Momente, zum Beispiel wenn in den Ferien mit meinen Eltern fast ausschliesslich Französisch gesprochen wird, da träume ich ab und zu in dieser Sprache. Genau gleich verhält es sich mit dem Zählen und Fluchen.

Verrätst Du uns Dein Lieblingswort auf Deutsch?
Früher mochte ich vor allem Wörter mit „ph" wie Philosophie, Delphin, Phantasie. Mit der Rechtschreibereform gibt’s nun nicht mehr viele davon.

Und gibt es auch eins in einer anderen Sprache?
Mariposa. Ich finde Spanisch grundsätzlich sehr schön und unglaublich poetisch.

Und was war das Lustigste was Du je übersetzen musstest?
Das Übersetzen von Liebesbriefen war definitiv eine der amüsanteren Aufgaben. Obwohl ich das Ganze anfangs etwas belächelt habe, so haben mich diese Übersetzungen schon recht gefordert – nicht zuletzt, weil man doch ganz schön viel anrichten kann, wenn man etwas falsch rüber bringt. :)

Welches ist Dein Lieblingsort?
Ich liebe Barcelona! Ich war schon viele Male dort und entdecke immer wieder Neues. Das Klima, die Lage am Meer, die Menschen, die vielen Cafés, das Essen und die Shoppingmöglichkeiten natürlich – jedes Mal sind die Aufenthalte zu kurz und ich beschliesse wiederzukommen. Ich will unbedingt mit den Kids an einen Fussballmatch! :)

Welches war Dein jüngstes Aha-Erlebnis?
Ich habe mittlerweile regelmässig Aha-Erlebnisse, wenn mir meine Kids auf dem Smartphone oder am PC etwas zeigen. Ich war bis jetzt der Meinung, in diesem Bereich sehr affin zu sein – doch mit meinem 13-jährigen Sohn kann ich nicht mehr mithalten.

Wo holst Du Dir Inspiration?
Im Alltag, in Gesprächen, an Workshops und Vorträgen und manchmal auch beim Sport oder in Gesprächen mit meinen Kindern. Sie haben tatsächlich manchmal schon ganz gute Ideen.

Stichwort Smartphone: Welches sind Deine drei Lieblings-Apps?
Instagram, Facebook und Snapchat verwende ich täglich. Auch auf XING und LinkedIn schaue ich regelmässig vorbei. Praktische Apps, die ich in diesem Jahr sehr intensiv benutzt habe, sind Booking, Swoodoo, und Maps.me.
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